Google-Unternehmensprofil für Handwerker: kostenlos mehr Anrufe
Das Google-Unternehmensprofil (früher: Google My Business) ist der kostenlose Eintrag deines Betriebs bei Google – mit Karte, Öffnungszeiten, Fotos, Bewertungen und Anruf-Knopf. Für einen Handwerksbetrieb ist es das wichtigste einzelne Werkzeug für lokale Anfragen: kostenlos, in 30 Minuten eingerichtet, und mit wenig Pflege dauerhaft wirksam.
Warum dein Profil wichtiger ist als deine Website
Weil Google es zuerst zeigt. Such selbst mal nach dein Gewerk plus dein Ort: Ganz oben erscheint die Karte mit drei Betrieben – Name, Bewertung, Anruf-Knopf. Diese drei Karteneinträge bekommen die meisten Anrufe, oft mehr als alle Website-Treffer darunter zusammen. Der Kunde muss dafür keine einzige Website öffnen: Er sieht die Sterne, tippt auf Anrufen, fertig.
In diese Top 3 kommt kein Betrieb durch Zufall. Google sortiert nach drei Faktoren: Vollständigkeit und Aktivität des Profils, Bewertungen und Nähe zum Suchenden. Auf die Nähe hast du keinen Einfluss – auf die anderen beiden vollen.
Schritt für Schritt: Profil einrichten und ausfüllen
Schritt 1: Profil beanspruchen
Geh auf google.com/business und such deinen Betrieb. Oft existiert schon ein automatisch erzeugter Eintrag – dann beanspruchst du ihn als Inhaber (Bestätigung per Video, Postkarte oder Telefon). Gibt es keinen, legst du ihn neu an. Wichtig: exakt der Firmenname, der auch auf Website und Rechnung steht – keine Zusätze wie Elektriker Müller günstig schnell, das verstößt gegen die Richtlinien und kann zur Sperrung führen.
Schritt 2: Die Hauptkategorie – deine wichtigste Entscheidung
Die Hauptkategorie bestimmt, bei welchen Suchen du überhaupt erscheinen kannst. Wähl die präziseste, die es gibt: Sanitärinstallateur statt Handwerker, Zimmerei statt Bauunternehmen. Zusatzkategorien ergänzt du für weitere Leistungen (z. B. Heizungsinstallateur dazu). Bei mehreren passenden Kategorien entscheidet die lokale Konkurrenzlage – welche das bei dir ist, gehört zu den Dingen, die ich im Check anschaue.
Schritt 3: Leistungen und Einzugsgebiet
Trag jede Leistung einzeln ein – Badsanierung, Heizungswartung, Notdienst – statt eines Sammelbegriffs. Beim Einzugsgebiet: die Orte, in denen du wirklich arbeitest, nicht ganz Baden-Württemberg. Google straft übertriebene Gebiete mit schlechterer Platzierung überall.
Schritt 4: Öffnungszeiten – inklusive Feiertage
Falsche Öffnungszeiten sind der häufigste Vertrauenskiller: Kunde ruft an, niemand da, nächster Betrieb. Trag auch Feiertagsregelungen und Betriebsurlaub ein. Wenn du einen Notdienst hast, gehört der als eigene Leistung rein – nicht als 24h geöffnet, wenn das Büro um 17 Uhr schließt.
Schritt 5: Fotos – echt statt schön
Mindestens zehn: Team, Fahrzeuge, Werkstatt, Baustellen, fertige Projekte. Handyfotos reichen völlig – echt schlägt gestellt. Symbolbilder aus dem Internet erkennst nicht nur du sofort, sondern auch dein Kunde. Profile mit eigenen Fotos bekommen deutlich mehr Klicks und Anrufe als Profile ohne.
Schritt 6: Beschreibung mit Gewerk und Ort
Zwei, drei Sätze Klartext: wer du bist, was du machst, wo du es machst – Gewerk und Ort müssen wörtlich drinstehen. Kein Werbetext, eine Antwort. Welche Begriffe genau hineingehören, hängt davon ab, wonach in deiner Region tatsächlich gesucht wird – das ist der Teil, den ich übernehme.
Schritt 7: Einmal im Monat ein Lebenszeichen
Ein Beitrag pro Monat reicht: ein Projektfoto mit zwei Sätzen. Google wertet Aktivität als Zeichen, dass der Betrieb existiert und arbeitet – tote Profile rutschen ab. Das ist die wenig Pflege, die deine Sichtbarkeit dauerhaft hält. Zehn Minuten im Monat.
Die 3 häufigsten Fehler
Fehler 1: Zu allgemeine Kategorie. Dienstleistungsunternehmen als Hauptkategorie heißt: unsichtbar bei jeder Gewerk-Suche. Der mit Abstand häufigste und am schnellsten behobene Fehler.
Fehler 2: Doppelte Profile. Alter Eintrag mit alter Adresse plus neuer Eintrag – Google weiß nicht, welcher gilt, und zeigt im Zweifel keinen gut. Das lässt sich bereinigen – aber nur sauber, sonst verlierst du dabei deine Bewertungen.
Fehler 3: Das tote Profil. Letzte Aktivität vor zwei Jahren, unbeantwortete Bewertungen, Weihnachts-Öffnungszeiten im Juli. Ein gepflegtes Profil mit 15 Bewertungen schlägt ein totes mit 40.
Alles zusammengenommen ist genau der Baustein, der bei deiner Auffindbarkeit am schnellsten wirkt. Wie er mit Website und Bewertungen zusammenspielt, steht im Leitfaden: SEO für Handwerker.
Häufige Fragen zum Google-Unternehmensprofil
Kostet das Profil etwas?
Nein, es ist vollständig kostenlos. Anrufe, die dir Eintragsgebühren oder eine Profilverlängerung verkaufen wollen, sind Abzockmaschen - auflegen.
Es gibt schon ein Profil, das ich nie angelegt habe. Was tun?
Das ist normal - Google erstellt Einträge automatisch aus Verzeichnisdaten. Beanspruch das bestehende Profil als Inhaber, statt ein neues anzulegen. So übernimmst du auch vorhandene Bewertungen.
Wie schnell wirkt ein optimiertes Profil?
Schneller als alles andere: Erste messbare Veränderungen bei Profilaufrufen und Anrufen sind nach wenigen Wochen normal. Die Profil-Statistik zeigt dir Anrufe, Routenanfragen und Aufrufe schwarz auf weiß.
Brauche ich trotzdem eine Website?
Ja. Das Profil bringt den Erstkontakt, die Website macht daraus eine Anfrage - vor allem bei größeren Aufträgen, bei denen Kunden vergleichen. Beides zusammen ist das System.
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